Bildquelle: Spiegelau

Wer genießt nicht gerne einen guten Tropfen Wein zu einem leckeren Essen? Besonders zum Jahreswechsel stehen wieder zahlreiche Feste wie das Weihnachtsessen in der Familie, ein köstliches Dinner mit Freunden und die Silvester-Feier auf dem Programm. Zu diesen Festen wird gerne nach Hause eingeladen, der Tisch schön gedeckt und in Gesellschaft gegessen und getrunken. Damit taucht auch gleich die Frage auf, wie denn ein festlich gedeckter Tisch für Gäste aussieht? Schnell werfen wir einen Blick in den Küchenschrank: Sind genügend Teller im Schrank, ausreichend Besteck für alle Gäste und welche Gläser soll man verwenden?

Mit den richtigen Weingläsern sieht der gedeckte Tisch nicht nur besser aus, sondern im passenden Glas schmeckt der Wein auch besser. Man muss nicht unbedingt ein Sommelier sein, um zu wissen, dass sich das volle Aroma eines Weins erst in einem entsprechenden Weinglas entfalten kann. Bei der Wahl des richtigen Glases kommt es in der Regel auf die Form und das Material an. Ein Weinglas besteht aus drei Teilen: Kelch, Stiel und Fuß. Ein zur Rebsorte passendes Weinglas zeichnet sich durch einen Glaskelch aus, der in Form, Größe und Durchmesser des Glasrandes die Aromen- und Geschmacksvielfalt des jeweiligen Weines zur Geltung bringt.

Wichtig für den Wein ist der Glaskelch, denn dessen Volumen dient als Raum für die Aromaentfaltung. Durch das Schwenken eines Weinglases wird der Duft des Weines verstärkt: Die Aromen können sich durch die vergrößerte Verdunstungsoberfläche schneller entwickeln und entfalten. Während die Aromen eines Weins durch die Nase und deren Eintauchen in das Glas aufgenommen werden, kann der Geschmack über die Zunge mit ihren Geschmacksrezeptoren (süß, bitter, salzig und sauer) geschmeckt werden. Je nach Form, Größe und Durchmesser des Glases findet dieser Vorgang in unterschiedlicher Weise statt, was wiederum zeigt, dass die Auswahl des Weinglases wichtig für den Weingenuss ist.

Die grundsätzliche Trennung erfolgt zwischen Rotweingläsern und Weißweingläsern, wobei es auch einige Ausnahmen gibt. Rotweingläser sind größer, haben mehr Volumen und einen größeren Kelch als Weißweingläser, denn Rotwein braucht mehr Volumen zur Entfaltung seiner Charaktereigenschaften. Weißweingläser sind kleiner, fassen weniger Menge und werden aufgrund der kühleren Trinktemperatur lieber häufiger nachgeschenkt. Angefasst wird das Glas immer nur am Stiel oder Fuß, um die Trinktemperatur nicht zu beeinflussen. Denn: Wein muss richtig temperiert getrunken werden. Daher ist auch eine dünne Glaswandstärke ein Qualitätsmerkmal für ein gutes Weinglas, ebenso wie die Verwendung von farblosem Glas, um die Farbe des Weines zu sehen.

Das Glas an sich kann jedoch keine Wunder vollbringen. Basis ist hauptsächlich die Qualität des Weines. Schöne Weinglas-Serien findet man beispielsweise bei den Weinglasmanufakturen Riedel, Nachtmann, Spiegelau, Schott Zwiesel, Stölzle, Eisch und Zalto.

Für den Genuss hochwertiger Weine sollten Sie diese fünf Weinglasformen parat haben, um für alle Fälle gerüstet zu sein.

Bildquelle: VDP.Die Prädikatsweingüter

Der kleine Weinglas-Guide

Für Rotwein 

Das Standard-Rotweinglas
Dieses Glas besitzt einen bauchigen Kelch mit einer größeren Öffnung als ein Weißweinglas. Durch das größere Volumen vergrößert sich auch der Oberflächenspiegel des Weins, der mit Luft in Berührung kommt. Durch den Sauerstoffkontakt kann der Wein besser atmen und sich das Aroma besser entfalten. Je komplexer ein Wein also ist, umso größer sollte auch der „Bauch“ des Glases sein.

Das Bordeaux-Glas
Für kräftige und tanninbetonte Rotweine ist der Glaskelch sehr groß, sehr bauchig und leicht langgezogen. Er bietet viel Volumen zum Schwenken, um dem Wein Luft zum Entfalten zuzuführen. Dieses Glas ist zu empfehlen für Cabernet Sauvignon, Bordeaux, Rioja, Brunello, Merlot, Shiraz und Zweigelt.

Das Burgunder-Glas
Dieses Glas wird für aromatische und fruchtbetonte Rotweine verwendet. Die vielschichtigen Aromen dieser ausdrucksstarken Weine können sich in einem dickbauchigen Glas mit viel Volumen entfalten. Zu diesen Weinen mit meist über dreizehn Volumenprozent Alkohol gehören die Rotweine Pinot Noir, Nebbiolo, Barolo und Barbera. Auch sehr konzentrierte Weißweine wie Chardonnay und Grüne Veltliner passen zu diesem Glas.

Für Weißwein 

Das Standard-Weißweinglas
Das Weißweinglas hat im Vergleich zum Rotweinglas einen kleineren Kelch mit geringerem Durchmesser. Da Weißweine gut gekühlt serviert werden, ist der Stil zum Halten etwas länger. Das Glas selbst ist kleiner, damit nicht so viel eingeschenkt wird und lieber häufiger kühler Wein nachgeschenkt wird. Das Standardglas eignet sich für Weiß- und Grauburgunder, Riesling, Silvaner, Sauvignon Blanc und Muskateller.

Das Riesling-Glas
Dieses Glas verfügt über eine besondere Form unter den Weißweingläsern. Der konkave Kelch mit leicht ausgestelltem Rand bewahrt die Aromen des Weins durch die nach oben hin leicht schließende Form. Durch diese Form bleiben die Fruchtaromen leichter und aromatischer Weißweine länger im Glas. Perfekt geeignet für diese Glasform sind Gewürztraminer, Grüner Veltliner und fruchtige Rieslinge.

Bildquelle: Spiegelau / VDP.Die Prädikatsweingüter

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