Bildquelle: markteinblicke.de

Sachwerte wie Oldtimer, Uhr oder Ölfarbe statt Aktien und Fonds? Viele Anleger sind seit Jahren auch der Kunst zugeneigt. Der Mix von Emotionen, Leidenschaft und Rendite wird immer beliebter. Wer sich auf diesem (Kunst-)Markt engagieren möchte, sollte ein paar wichtige Sachen beachten. Wir haben unter anderem drei Experten dazu befragt.

In Kunst investieren, wie geht das? 

Der Kunstmarkt ist zweifelsohne ein ganz spezieller Markt. Er entwickelte sich seit den 1980er-Jahren hin zu einem wahren Kapitalmarkt. Es tummeln sich dort Multimilliardäre genauso wie Kunstbegeisterte mit sehr engem oder auch gar keinem Budget. Künstler, die heute mehr als Produzenten tätigt sind, denn als Schöpfer neuer Ideen, finden sich genauso wie Kreativgeister, die auf ihre Entdeckung hoffen und die damit verbundenen Anerkennung. Garant für den Erfolg ist nicht immer die qualitative Kraft der Arbeiten. Meist ist es das Netzwerk, das die neuen Überflieger hervorbringt, oft gepaart mit dem notwendigen Quäntchen Glück.

Wer sich Kunst im Sinne eines Investments kauft, darf und sollte trotzdem daran Gefallen finden. Kunstbegeisterte sprechen gerne von der „emotionalen Rendite“. Der Investor hingegen vom reinen buchhalterischen Zuwachs. Gemeinhin gilt, dass der Faktor Zeit der entscheidende ist. Zwar ist der kurzfristige Anstieg von Preisen bei bestimmten Künstlern Realität, im Fokus sollten aber langfristige Zuwächse stehen. Wer mit Kunst spekuliert, der braucht gut Nerven und das notwendige Kapital.

Kann man mit Kunst viel Geld verlieren? 

Ohne Zweifel! Ziemlich sicher ist die Zahl derer, die finanzielle Verluste hinnehmen mussten, größer als jene, die hohe Renditen erzielen konnten. Dies begründet sich in den Umstand, dass viele Käufer aus rein emotionalen Erwägungen heraus Kunst erwerben. Nicht berücksichtigt wird dabei, ob zu einem späteren Zeitpunkt überhaupt ein Wiederverkauf erreicht werden kann. So kommen immer wieder Sammlungen in den Markt die über Jahrzehnte mit Herzblut aufgebaut worden sind, deren – rein monetärer – Wert aber überschaubar geblieben ist. Nichtsdestotrotz verdienen lokale Künstler umfassende Unterstützung, denn die Kunst lebt explizit von ihrer Vielfältigkeit.

Nicht jeder Käufer startet gleich mit Arbeiten von Größen wie Picasso, Warhol oder Monet. Generell gilt, dass der Markt im Moment wieder in Richtung von Rekordergebnissen läuft. Die öffentliche Wahrnehmung ist geprägt von ebendiesen Extremen, die zumeist durch die großen Auktionshäuer Sotheby’s und Christie’s realisiert werden. Gemessen an der Anzahl der Versteigerungsobjekte spielen diese preislich hohen und damit spektakulären Ergebnisse aber eine zu vernachlässigende Rolle. Ungefähr 80 Prozent der in Auktionen der großen Häuser versteigerten Werke bewegen sich in einem Preissegment von unter 12.000 Euro. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Kunst grundsätzlich durchaus zu erschwinglichen Einkaufspreisen am Markt erhältlich ist und Kunstkäufer nicht notwendigerweise zu den obersten vermögenden Schichten gehören müssen. 

Auktion ist nicht gleich Auktion 

Man darf sich häufig wundern, zu welch günstigen Preisen bei Auktionen eingekauft werden kann. Gerade vor dem Hintergrund der eben ausgeführten Wahrnehmung des Auktionsmarktes – Fantasiepreise – mag das überraschen. Allerdings gibt es nicht nur die großen, bekannten Auktionshäuser, sondern eben auch eine hohe Zahl mittlerer und kleinerer Häuser, die nicht umfassende Kataloge zur Verfügung stellen oder das Budget zur globalen Vermarktung haben.

Eine deutlich kleinere Zahl von Bietern ermöglicht auch die Chance auf interessante Gelegenheiten. Internetseiten wie bspw. liveauctioneers.com geben Einblick in die breite des Auktionsmarktes. Händler und Galeristen nutzen häufig die Seite artsy.net, um ihr Angebot einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Denn natürlich hat das veränderte Konsumverhalten der Menschen auch vor der Kunst nicht halt gemacht. Galerien mit ihren regionalen Point of Sales haben zusehends Schwierigkeiten sich am Markt zu behaupten. Social Media Plattformen spielen auch in der Kunst eine immer wichtigere Rolle, wobei sich auch hier zumeist ein Problem fortschreibt: das der Geheimniskrämerei. Viele Preise der angebotenen Werke sind nur auf Anfrage zu haben. Erfreulich: es nimmt die Zahl der Akteure zu, die das bisher vorherrschende Gebot der Intransparenz beseitigen möchten. Denn Transparenz und Klarheit von Preisen ist nicht nur für Investoren eine zwingende Bedingung, sondern auch für Käufer der Kunst, deren Motiv reine Liebhaberei ist.

Wer langfristig investiert sollte auf Künstlerinnen und Künstler setzen, die einen internationalen Markt haben. Sie sollten auf relevanten Kunstmessen angeboten werden, Teil von Sammlungen sein, über Literatur und Besprechungen in den Medien verfügen und in Museen vertreten sein. In einen Künstler, der Teil der Zeitgeschichte geworden ist, ist es sicherer zu investieren, als in einen regional verwurzelten mit wenigen Verkäufen. Preislich bieten sich zum Einstieg Werke an, die z.B. in Editionen erschienen sind. U.a. Druckgrafiken oder Fotografien gehören dazu. Eine höhere Verfügbarkeit sorgt für geringere Preise und damit für einen Einstiegspreis von wenigen tausend Euro, obwohl das gewählte Objekt einem weltbekannten Künstler entstammt. So bieten sich Einstiege in diesen Markt bereits für wenig Geld, auch wenn die öffentliche Berichterstattung anderes vermuten lässt.

Bildquelle: markteinblicke.de

Nachgefragt bei Dr. Arne Freiherr von Neubeck,
Gründer & Geschäftsführender Gesellschafter von The Global Fine Art.

Das Augsburger Kunsthandelshaus möchte einen häufig intransparenten Markt transparent gestalten und setzt deswegen auf die konsequente Analyse von marktkonformen Angebotspreisen. www.tgfag.de

Kunst als Investment – wie risikoreich ist diese Asset-Klasse im Vergleich bspw. zu Immobilien?
Das Jahr 2008 hat gezeigt, dass Immobilien erhebliche Probleme machen können und die Thematik Ostimmobilien in den 1990-ern vernichtete für viele Investoren Geld. Die Preise steigen derzeit stetig und niemand weiß, wie diese Entwicklung weitergeht, wann und ob sie ein Ende findet, wie sich Regionen verändern und damit die Preise. Es kommt also weniger auf den Markt an, auf dem ich mich bewege, sondern wie ich in diesem Markt agiere. Kauft man Kunst nicht zu extravagant, sondern – sinnbildlich gesprochen – Bestlagen zu vernünftigen Preisen, wird man mit Kunst wenig falsch machen. Genauso wenig wie mit Immobilien. Einen Punktsieg erreicht die Kunst im Handling: Sanierungen, Mietstreitigkeiten oder Eigentümerversammlungen entfallen. Grundsätzlich ist Kunst also als Beimischung einer breit gestreuten Asset-Allokation hervorragend einsetzbar.

Welche Kunst-Epoche ist derzeit am renditestärksten? Die klassische Moderne, Pop-Art?
Die höchsten Bewegungen finden bei Nachkriegs- und zeitgenössischer Kunst statt und mehrheitlich werden hier die hohen Renditen erzielt. Starke Zuwächse bedeuten aber zugleich auch höheres Risiko, so dass man gut beraten ist, die Emotion aus und den Kopf einzuschalten. Man sollte also genau hinschauen, wie preislich attraktiv ein Werk ist und konsequent vergleichen.

Lohnt es sich in unbekannte Künstler zu investieren?
Das kann sich in erheblichem Maße lohnen. Allerdings drängt sich der Vergleich mit einem Start-Up Investment auf: der frühe Einstieg birgt die Chance auf einen sehr sehr hohen Gewinn. Der Chance gegenüber steht der Totalausfall des Kapitals. Aus Sicht eines Investments sollte man sich einen solchen Kauf also gut überlegen. Nichtsdestotrotz verdienen auch unbekannte Künstler Beachtung und Würdigung. Davon lebt die Kunstwelt.

Woher bekommt man als Neuling eine gute Expertise für Kunst-Investments?
Es gibt eine zunehmende Zahl von Art Market Report. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte publiziert zusammen mit Art Tactic einen solchen Report, ebenso wie die Großbank UBS AG. Der Versicherer Hiscox berichtet mit einer Studie regelmäßig über den Kunst Online-Markt und auch anlässlich der Kunstmesse TEFAF werden über 100 Seiten Trends und Entwicklungen diskutiert. Hinzukommen (kostenpflichtige) Plattformen wie artnet.de und artprice.com die die weltweiten Auktionsergebnisse zusammenführen. Mit diesen Quellen und gepaart mit Messebesuchen kommt man schon ein sehr gutes Stück voran.

Muss man in der jüngeren Kunstgeschichte Bescheid wissen?
Die Kenntnis über Kunst und Kunstgeschichte hilft bei einer detaillierten Bewertung von Werken natürlich weiter. Edvard Munch hat bspw. aus seinen Lithografien durch Papierwahl, händischen Eingriff in das Werk etc. Einzelwerke gemacht. D.h. das Motiv ist vergleichbar, nicht aber die kunsthistorische Bewertung. Dies hat natürlich Auswirkungen auf den Preis. Grundsätzlich ist es aber so, dass man gerade im Segment von Drucken, Zeichnungen oder Fotografien einen guten Marktvergleich über Auktionen und Anfragen bei Galerien erstellen kann. Dabei hilft eher kaufmännischer Sachverstand als detaillierte Kenntnisse über Techniken weiter. 

Was war Ihr persönlich renditenstärkstes Investment im Kunstbereich?
Die Transparenz von Preisen ist die wichtigste Maxime unseres unternehmerischen Handelns. Etwas zugeknöpfter sind wir bei der Kommunikation von Zuwächsen. Der einzige Grund dafür: es sendet falsche Signale. Sie dürfen davon ausgehen, dass wir mit manchem Kauf in der Lage waren, kurzfristig 100 Prozent und mehr Ertrag zu erzielen. Allerdings waren das keine Wertzuwächse über Jahre, sondern sehr günstige Einkaufsgelegenheiten, die sich immer wieder ergeben, aber die bitte nicht als Standard zu verstehen sind. Wir verstehen Kunst – gekauft zu marktgerechten Preisen von bekannten Künstlern – als Wertspeicher, der langfristig Kapital sichert und Wertzuwächse generiert.


Die Sache mit dem (ver)erben…
Kunst in der Erbschaftsteuergestaltung

Die Erbschaftswelle in Deutschland rollt. Eine Folgeerscheinung hiervon ist das zuletzt sprunghaft angestiegene Aufkommen lebzeitiger Schenkungen, um durch die Inanspruchnahme der – im europäischen Vergleich großzügigen – Freibeträge eine drohende Erbschaftsteuerlast frühzeitig abzumildern. Der Gesetzgeber bemüht sich derweil, die Spielräume zur steuerfreien Übertragung von großen Vermögensmassen immer stärker einzuschränken. Getreu dem Grundsatz: in dubio pro fisco.

Alternative Steuergestaltungen
Vor diesem Hintergrund rücken alternative Steuergestaltungen sukzessive in den Fokus der Nachfolgeplaner. Bislang wenig Beachtung zuteil wurde der im Erbschaftsteuergesetz verankerten Kulturgüterbefreiung, mittels derer Kunstvermögen in Höhe von 100 Prozent steuerfrei übertragen werden kann. Der Markt und seine Akteure nehmen Kunst zunehmend als eigenständige Assetklasse wahr, was mit einer erkennbaren Professionalisierung der Branche einherging.

Für viele Sammler ist Kunst überdies zur Passion geworden, weshalb Kunstobjekten – im Gegensatz zu den althergebrachten Investitionsgütern – ein erhebliches Affektionsinteresse entgegengebracht wird. Die durch den Gesetzgeber gewährte Kulturgüterbefreiung gesellt sich nunmehr zu diesen Investitionsanreizen und erzeugt einen Dreiklang, der im Vergleich zu herkömmlichen Assets als „unique“ zu bezeichnen ist.

Freilich wird die Kulturgüterbefreiung nicht bedingungslos gewährt. Zunächst muss die Erhaltung des gewählten Kunstgegenstandes im öffentlichen Interesse (sog. Erhaltungsinteresse) liegen. Sichergestellt werden kann dies durch Hinzuziehung eines Art Advisors, der den Ankauf der Kunstobjekte professionell begleitet. Die weiteren Voraussetzungen zum Erhalt der Steuerbefreiung, darunter Nutzbarmachung, Unrentabilität, Familienbesitz und Bereitschaft zur Unterschutzstellung unter die Bestimmungen zur Denkmalspflege, sollten mit einem auf Vermögensnachfolge spezialisierten Berater abgestimmt werden. Zu bedenken ist schließlich, dass der Kunstgegenstand nach der steuerfreien Übertragung für mindestens zehn Jahre nicht weiterveräußert werden darf.

Die Fruchtbarmachung der Kulturgüterbefreiung will daher umsichtig geplant sein. Es empfiehlt sich, derartige Überlegungen nicht isoliert anzustellen. Vielmehr sollte Kunst als Vehikel zur steuerlichen Optimierung stets im Rahmen einer ganzheitlichen Nachfolgeplanung beleuchtet werden. Gerade bei vermögenden Unternehmern und Privatpersonen, deren Portfolio sich überwiegend aus liquiden und infolgedessen nicht verschonbaren Assets zusammensetzt, kann die Inanspruchnahme der Kulturgüterbefreiung eine attraktive Gestaltung zur steuerlichen Optimierung des Generationenwechsels sein.

Ein Beitrag von Martin Lindenau
Er ist Rechtsanwalt & Mediator bei der Arweiler Lindenau Rechtsanwälte PartGmbB. Arweiler Lindenau berät vermögende private clients und erarbeitet unter Einbeziehung der ganzen Familie ein maßgeschneidertes und steuerlich optimiertes Nachfolgekonzept, das eine Einheit mit den flankierenden Maßnahmen zur Absicherung der Familienmitglieder bildet.
www.arweilerlindenau.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.


Nachgefragt bei Eric Wolzenburg
Leiter der Kunstversicherung der Allianz Deutschland AG
www.allianz.de

Malereien, Sammlerweine, hochwertiger Schmuck – alles Objekte, die ihren Wert daraus schöpfen, eine offensichtliche Rarität zu sein. Vom hohen emotionalen Wert für den Eigentümer ganz zu schweigen. Der Mix Emotion und Kunst führt dazu, dass sich der Anteil am Vermögen, der für Leidenschaftliches investiert wird, von 19 Prozent in 2005 auf 38 Prozent bis 2025 nahezu verdoppeln wird.

Warum eigentlich? Es ist wohl die gewisse Portion Lebensart die dahintersteckt. Menschen wollen sich mit hochwertiger Kunst umgeben. Einfach zu wissen, dass ich jeden Abend wenn ich nach Hause komme, dieses eine Bild über dem Sofa anschauen darf und gleichzeitig weiß: Es bringt mir (und meiner Nachwelt) auch noch Rendite! Es ist auch Investment in Emotionen – eigentlich die schönste Form von Rendite. Doch wie versichere ich eigentlich meine renditestarke Emotion richtig? Während die normale Hausratversicherung gegen Feuer-, Leitungswasser- oder Einbruch-Diebstahl-Schäden schützt, reicht dieser Deckungsumfang für werthaltige Objekte nicht mehr aus. Wir haben nachgefragt bei einem der führenden Experten im deutschsprachigen Raum. 

Sachwerte sind im Trend. Das reicht von Kunst über seltene Weine bis zu Oldtimern. Kann man diese sogenannten Passion Investments auch versichern?
In der Tat: diese Leidenschaften sind natürlich auch angemessen versicherbar, sei es nun Schmuck, Kunstwerke, Designobjekte, Accessoires oder eine umfangreiche Wein- oder Oldtimersammlung.

Wann ist eine spezielle Kunstversicherung sinnvoll?
Eine Kunstversicherung empfiehlt sich, wenn der Kundenbedarf mit Blick auf Höhe, Umfang und Individualität durch eine reguläre Hausratversicherung nicht mehr gedeckt werden kann: umfangreichster Versicherungsschutz nach dem All-Risk-Prinzip, besondere Berücksichtigung der Wertsachen, Vereinbarung fester Taxwerte, Einschluss der Wohndomizile im In- und Ausland, konkrete Beratung und besondere Serviceleistungen.

Wie darf man sich den Prozess von der Anfrage bis zur Police vorstellen?
Der Beginn von allem basiert auf Diskretion und Zuhören. Dabei geht es für uns im ersten Schritt darum, den individuellen Kundenbedarf zu verstehen. Was ist dem Kunden wichtig, welche Wertefächerung ist bei den Passion Investments vorhanden und wird ein durch unsere eigenen Kunsthistoriker erstelltes Wertgutachten benötigt? Wenn diese und weitere Punkte von uns verstanden sind, können wir qualifiziert beraten, eine Besichtigung der Versicherungsorte anbieten und einen Versicherungsvorschlag unterbreiten. Dieser Vorschlag kann auch Hinweise zu konservatorischen Aspekten oder konkrete Empfehlungen enthalten, wie sich die Verteidigungslinien gegen Einbruchdiebstahl und anderes Unbill verbessern lassen. Wird unser Versicherungsvorschlag für überzeugend befunden, werden die notwendigen Policendokumente erstellt.

Was muss ein Anleger beachten, etwa hinsichtlich Wertsteigerungen?
Wertsteigerungen von Kunstwerken oder Schmuck sind bis zu 20 Prozent über die vertraglichen Vereinbarungen versichert. Darüber hinaus empfehlen wir unseren Kunden, die Versicherungswerte regelmäßig zu überprüfen. Dies gilt umso mehr, wenn ein Kunde in größerem Umfange Wertsachen hinzukauft, oder das vorhandene Portfolio an Passion Investments in kurzer Zeit umstrukturiert wird. Wir beobachten ebenfalls den Markt und kontaktieren den zuständigen Versicherungsvermittler, sofern eine Werteanpassung sinnvoll erscheint.

Was kann ein Versicherter im Fall des Diebstahls eines Unikats oder zumindest seltenen Gegenstands erwarten?
Ein kleinerer Schaden ist sicherlich am leichtesten zu ersetzen – und für die Kunden dennoch schon misslich genug. Der emotionale Verlust hingegen ist unermesslich, wenn ein Unikat abhandengekommen ist. Bei Diebstahl setzen wir uns sofort mit dem Art Loss Register in Verbindung und nutzen auch unsere Kontakte zu den jeweiligen Landeskriminalämtern. Insofern messen wir der Wiederbeschaffung des Originals allerhöchste Bedeutung zu. Das schönste Signal an den Kunden lautet: Wir wissen Ihr Objekt wieder in sicheren Händen.

Das absichtliche Schreddern des Banksy-Bildes bei der Auktion in London im Oktober war sicher ein einzigartiges Ereignis. Wie reagieren Sie aber bei der Zerstörung eines bei Ihnen versicherten Gegenstands?
Die Zerstörung eines Gegenstandes bedeutet „unwiederbringlich verloren“ und solche Schäden berühren uns sehr. Wenn sich Ersatz beschaffen lässt, dann versuchen wir mit Hilfe von Galeristen, Auktionshäusern oder über unser Uhrennetzwerk eine solche Lösung zu ermöglichen. Vor einiger Zeit telefonierte ich mit einer langjährigen Kunstsammlerin und erfolgreichen Geschäftsfrau. Es gab bei ihr einen schlimmen Brandschaden: alles zerstört – und nichts versichert. Dieses Gespräch bewegt mich bis zum heutigen Tage.

Was war Ihr kuriosestes Erlebnis im Bereich Kunstversicherung?
Vor kurzem informierte uns eine Kundin, dass ein Familienmitglied eine Kunst-Transportkiste als Zielscheibe umgewidmet habe – nicht wissend, dass sich in der Kiste noch ein Gemälde befand. Die abgeschossenen Pfeile durchschlugen jedenfalls die Kiste und das darin befindliche Kunstwerk. Der Schaden war versichert und monetär auch einfach zu lösen. Bei dem „familieninternen Gesprächsbedarf“ wurden wir hingegen nicht um eine Lösung gebeten.

Bildquelle: markteinblicke.de

Hinterlasse einen Kommentar