Bildquelle: Pressefoto Deutsche Wohnen, Fotograf Anja Steinmann

Die politische Diskussion über den Wohnungsmarkt in Berlin nimmt immer absurdere Züge an. Nachdem eine Bürgerinitiative seit geraumer Zeit für die Enteignung der größten Immobilienunternehmen der Hauptstadt kämpft, will der Berliner Senat nun einen „Mietendeckel“ einführen. Damit sollen die Mieten für frei finanzierte Wohnungen ab dem kommenden Jahr für fünf Jahre eingefroren werden.

Ziel aus den Augen. Angesichts der übereilten Schritte dürfte der Senat genau das Gegenteil dessen erreichen, was er wollte. Zwar soll ein entsprechendes „Mietendeckel“-Gesetz bereits am 18. Juni beraten und beschlossen werden, aber bis dahin dürften bei vielen Mietern noch schnell Mieterhöhungen durchgeführt werden. Alles andere wäre auch höchst verwunderlich. Da nützt dann auch der Ansatz wenig, dass das neue Gesetz es ferner ermöglichen soll, überhöhte Mieten auf Antrag zu senken.

Das größte Problem an dem „Mietdeckel“-Ansatz des Senats ist die Konzeptlosigkeit beim Thema Wohnungsbau. Durch gedeckelte Mieten wird kein neuer Wohnraum geschaffen, sondern nur der Mangel verwaltet. Und genau das ist ja das Problem. Berlin ist seit über einem Jahrzehnt eine der attraktivsten Städte in Europa. Der Zuzug ist gewaltig. Da gleichzeitig kaum neue Wohnungen entstehen, steigen die Preise. Soweit, so normal. Dass ein Senat dann noch einen Großteil seiner eigenen Wohnung privatisiert und sich anschließend wundert, wenn fehlende Sozialvereinbarungen innerhalb dieses Prozesses auch tatsächlich dazu führen, dass aus Sozialwohnungen normale Wohnungen werden, ist wohl auch nur in Berlin möglich.

Außer Rand und Band. Über die Dysfunktionalität der Hauptstadt wurde an andere Stelle schon viel geschrieben. Und vielleicht ist das ja auch ein Teil des Reizes, den die Stadt ausmacht. Die aktuelle Debatte rund um Enteignung und „Mietendeckel“ hat jedenfalls nicht nur dazu geführt, dass mit Deutsche Wohnen (WKN: A0HN5C / ISIN: DE000A0HN5C6) der größte Vermieter der Stadt aktienkurstechnisch unter Druck geriet, sondern die gesamte Branche in Deutschland am Pranger steht. Man sieht es auch am Kursverlauf des deutschen Branchenführers Vonovia (WKN: A1ML7J / ISIN: DE000A1ML7J1).

Das an den Pranger stellen ist insoweit erstaunlich, weil man offenbar nur Großkonzernen Mietwucher (der sowieso verboten ist) unterstellt, während die Millionen Privatvermieter allesamt Samariter sein sollen. So wenig das eine stimmt, ist auch das andere zutreffend. Deutlich wird aktuell vor allem eins: Immobilienvermieter in Berlin zu sein, ist derzeit alles andere als „hipp“. Insofern ist etwas außer Rand und Band geraten. Denn: Wenn niemand Wohnraum bereitstellt, müssen die Menschen auf der Straße leben. Der Staat baut schließlich ebenso wenig.

Die Alternativen. Die Möglichkeit sich Wohnraum selbst anzuschaffen, bestand und besteht für jedermann – das nötige Kleingeld vorausgesetzt. Vor 15 Jahren waren Wohnungen in Berlin spottbillig zu haben, aber kaum einer hat zugegriffen. Wer dann in der Zwischenzeit nicht auf Aktien bei der Geldanlage gesetzt hat, schaut heute in die Röhre. So lukrativ Immobilienaktien in den letzten Jahren auch gewesen sein mögen, die letzten Wochen sollten als Weckruf verstanden werden. Die großen Immobilienaktien dürften auf absehbare Zeit ein beliebtes Ziel der aktienfeindlichen Berichterstattung einerseits und der Politik andererseits sein. Kuteigerungen dürften noch lange auf sich warten lassen.

Wer daher gehebelt von Kursverlusten der Deutsche Wohnen-Aktie profitieren möchte, setzt beispielsweise auf entsprechende Hebelprodukte, wie diesen Mini Future Bear (WKN: HZ07TV / ISIN: DE000HZ07TV8).

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage und beim alltäglichen Lebensgenuß

Ihre Linksarchive-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Wohnen, Fotograf Anja Steinmann

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