Bildquelle: Pixabay / RitaE

Eigentlich ist Deutschland inzwischen internationaler weltläufiger als jemals zuvor. Das betrifft nicht nur das schier unüberschaubare Warenangebot, sondern auch die Bevölkerung, die zu fast einem Viertel einen Migrationshintergrund hat. Zudem sind die Menschen auch innerhalb des Landes in wachsendem Maße mobil, da es Ausbildung und Beruf oftmals erforderlich machen, in eine andere Stadt oder ein anderes Bundesland umzuziehen. Trotzdem oder gerade deshalb erleben Produkte, die als ortstypisch vermarktet werden, eine ungeahnte Blüte. Egal, ob in der Region angebautes Obst und Gemüse, lokale Spezialitäten, Provinzkrimis oder traditionelle Volksfeste – Heimatverbundenheit ist inzwischen ein echtes Verkaufsargument.

Erfolg durch regionale Produkte

Aufgrund der wechselvollen Geschichte haben sich in Deutschland ausgeprägte Regionalkulturen entwickelt, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Das betrifft nicht nur die verschiedenen Dialekte und die historischen Trachten, die bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts in ländlichen Gebieten noch im Alltag getragen wurden. Auch die kulinarischen Spezialitäten spiegeln die Vielfalt des Landes wider. Eine besondere Rolle spielen zudem die regionaltypischen Biere und Weine, die manche Orte weit über das jeweilige Bundesland hinaus bekannt gemacht haben. Allerdings haftete diesen Produkten seit der Wirtschaftswunderzeit der Geruch des Altbackenen und Provinziellen an. Viele Jahrzehnte lang bemühten sich insbesondere junge und gebildete Menschen, ihren Dialekt abzulegen und ihre Weltoffenheit durch internationale Produkte zu zeigen. Sie servierten ihren Gästen neue, exotische Speisen und gingen zum Shoppen nach New York oder Paris. Seit einigen Jahren lässt sich aber eine Trendwende beobachten: Wer etwas auf sich hält, ernährt sich mit Lebensmitteln, die vor Ort angebaut werden, benutzt stolz Dialektbegriffe, und auch das Geschäft mit den Trachten blüht wieder.

Heimatgefühl in Zeiten der Globalisierung

Wie Umfragen zeigen, sind viele Menschen von der zunehmenden Globalisierung und den rasanten technischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte überfordert. Sie sehnen sich nach einer Welt zurück, die überschaubarer und scheinbar weniger kompliziert war. Die Heimat bietet für diese Sehnsucht einen hervorragenden Anknüpfungspunkt, wobei mit Heimat nicht unbedingt der Ort gemeint sein muss, aus dem die eigene Familie stammt. Es kann auch die Region sein, in der die Menschen aufgewachsen sind oder in der sie heute leben. Gerade Regionalkrimis leben davon, dass die Schauplätze wiedererkennbar sind und von echten Charaktertypen bevölkert werden, während gleichzeitig die Handlung ein positives Ende nimmt. Mit Lebensmitteln und anderen Produkten, die auf besondere Weise mit einer Region verbunden sind und mit Heimat beworben werden, lässt sich ebenfalls die Erinnerung an eine bessere, einfachere Welt wecken. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie – anders als beispielsweise klassische Souvenirs – als authentisch wahrgenommen werden.

Die Welt ein Stückchen besser machen

Ein weiterer Faktor, der zu dem wachsenden Erfolg von regionalen Produkten beiträgt, ist das zunehmende Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Gerade im Lebensmittelbereich verbinden Konsumenten mit ortsnah produzierten Waren umweltschonenden Anbau und kurze Wege. Zudem ist es vielen wichtig, die Unternehmen vor Ort zu unterstützen und so die Wirtschaft der eigenen Region zu stärken. Darüber hinaus setzen viele Produzenten auf handwerkliche Herstellung in vergleichsweise kleinen Betrieben. Dies gewährleistet eine hohe Qualität, die sich auch außerhalb der jeweiligen Region und sogar international gut vermarkten lässt.

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