Bildquelle: Pressefoto © Kapsch AG

Der Europäische Gerichtshof hat die deutsche Pkw-Maut gekippt. Während das Urteil geschätzt 1,8 Millionen davon betroffene österreichische Autofahrer erfreuen dürfte, gibt es auch einen großen Verlierer in der Alpenrepublik: Kapsch TrafficCom (WKN: A0MUZU / ISIN: AT000KAPSCH9). Denn das börsennotierte Unternehmen hatte gemeinsam mit dem deutschen 50-Prozent-Partner CTS Eventim (WKN: 547030 / ISIN: DE0005470306) den Zuschlag für die Errichtung und den Betrieb des deutschen Mautsystems erhalten.

Kapsch TrafficCom vollkommen überrascht
Der Marketingchef von Kapsch TrafficCom, Alf Netek, erklärte: „Das Urteil hat uns völlig überrascht“. Ihm zufolge müsse das Urteil nun analysiert werden, und es soll Gespräche mit dem deutschen Staat geben. Demnach wüsste das Unternehmen auch nicht, ob es für das Projekt nicht doch weitergehen könnte, wenn auch in anderer Form.

Kein finanzieller Schaden
Bei dem Projekt handelt es sich um einen Auftrag im Volumen von 1,6 Mrd. Euro über die nächsten 10 Jahre, bei dem laut Netek bereits Vorarbeiten geleistet worden sind. Die Fertigstellung war für Herbst 2020 geplant. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs war aber nicht vollkommen ausgeschlossen. „Es gibt deshalb im Vertrag entsprechende Absicherungen, dass uns kein finanzieller Schaden etwa aus einer Nicht-Inbetriebnahme entsteht“, erklärte Netek. Details dazu nannte er jedoch nicht.

Prognosen müssen angepasst werden
Verluste aus dem Projekt soll es jedenfalls keine geben, da gelieferte Leistungen wohl auch bezahlt würden. Trotzdem würde laut Konzernchef Georg Kapsch ein vollständiges Maut-Aus Spuren in der Geschäftsentwicklung hinterlassen. Die Prognosen von Umsatz und Gewinnmarge dürften dem Vorstandschef zufolge entsprechend nach unten angepasst werden.

Kräftiger Kursverlust bei Kapsch TrafficCom
An der Börse reagierte der Kurs von Kapsch TrafficCom mit einem kräftigen Abschlag um rund 4 Prozent (aktuell: 33,60 Euro). Die Aktie notiert damit nur noch knapp über der 200-Tage-Linie (33,27 Euro).

Vor Richtungsentscheidung
Kann der gleitende Durchschnitt verteidigt werden, liegt das Kursziel bei 37,20 Euro, dem bisherigen 2019er-Top vom Januar. Sollte die Aktie dagegen unter die 200-Tage-Linie fallen, eröffnet sich weiteres Korrekturpotenzial bis zu den 2019er-Tiefs vom Mai (31,20 Euro) und vom März (29,55 Euro).

CTS Eventim: Kursgewinn trotz Maut-Aus
Auch die Hoffnung der Aktionäre von CTS Eventim auf lukrative Geschäfte durch die geplante Maut haben einen Schlag erhalten. Allerdings erklärte CTS Eventim am Dienstag, dass die abgeschlossenen Verträge Schutzbestimmungen enthalten, die Vermögensschäden für die Betreibergesellschaft und ihre Gesellschafter vorbeugen. Dies soll auch für den Fall gelten, dass die Infrastrukturabgabe nicht eingeführt werden sollte.

Nachdem die Aktie von CTS Eventim am Dienstag zunächst ins Minus drehte, folgte aber eine neue Aufholbewegung. So liegen die Notierungen aktuell mit 1,3 Prozent im Gewinn (41,60 Euro).

Deutlicher Aufwärtstrend
Während bei der Aktie von Kapsch TrafficCom eine klare Richtungsentscheidung noch aussteht, notiert CTS Eventim im Abstand von 9 Prozent über der eigenen 200-Tage-Linie und damit in einem deutlichen Aufwärtstrend. Die Aktie hat damit gute Chancen, in den kommenden Wochen wieder zum Allzeithoch von Anfang Mai bei rund 46 Euro aufzuschließen. Damit errechnet sich hier aktuell ein Kurspotenzial von 11 Prozent.

Allzeithoch im Visier
Ein Ausbruch über das All-Time-High würde ein massives charttechnisches Kaufsignal bedeuten. Die nächsten Kursziele stellen sich dann auf die runden Marken bei 50 und 60 Euro.

Anleger, die auf weitere Kursgewinne bei CTS Eventim setzen wollen, können mit einem Mini Future Bull (WKN: HX796Q / ISIN: DE000HX796Q4) gehebelt profitieren. Wer dagegen von fallenden Kursen bei CTS Eventim profitieren möchte, hat mit dem folgenden Mini Future Bear die Möglichkeit dazu (WKN: HX80GD / ISIN: DE000HX80GD5).

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Bildquelle: Pressefoto © Kapsch AG

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