Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

In der vergangenen Handelswoche zeigte sich ein gemischtes Gesamtbild an den Börsen. Während der Dow Jones etwa 0,5 Prozent abgab, legte unser DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) genau dieses halbe Prozent zu. War dies schon eine Art Sommerpause an der Börse? Nicht wegen den Temperaturen, sondern vielmehr wegen der Trägheit der Bewegungen. Zwischenzeitlich bewegte sich der DAX weniger als 10 Punkte über Stunden hinweg, um dann immer mal wieder eine starke Bewegung binnen kurzer Zeit auszuführen. Mit etwa 100 bis 120 Punkten Handelsspanne pro Tag kann man kaum von hoher Volatilität sprechen. Dennoch gab es hier natürlich im Sinne der Charttechnik immer wieder spannende Bereiche.

Nach einem eher leicht verhaltenen Wochenauftakt ist dabei der Konsolidierungsbereich aus der Vorwochenanalyse zu nennen. Diesen zeichnete ich im Bereich um 12.180 bis 12.210 Punkte ein:

 

 

An drei Handelstagen wurde dort das Tief im DAX markiert: Dienstag 12.213, Mittwoch 12.189 und Donnerstag 12.209. Ein recht stabiler Boden, der weitere Abgaben verhinderte. So entstand am 25.Juni folgendes Chartbild:

 

 

Im weiteren Chartverlauf löste sich der Index von diesem Bereich und konnte bis Freitagabend sogar das Jahreshoch noch einmal ansteuern. Per XETRA-Kurs gab es eine Punktlandung auf der 12.400, doch nachbörslich (wie hier im JFD-Endloskontrakt zu sehen) sind wir auf Höhe des Jahreshochs ins Wochenende gestartet. Ein klarer Richtungswechsel zur Wochenmitte, wie der Verlauf deutlich macht:

 

 

Damit wurde der Monat Juni mit mehr als 5 Prozent Performance abgeschlossen und liefert ein insgesamt weiterhin tolles Börsenjahr ab.

 

 

Etwas zu euphorisch vor dem G20-Treffen?

Immerhin beraten zu diesem Event die Regierungschefs der 20 größten Volkswirtschaften zu wirtschaftlichen und ökonomischen Themen. Am Rande finden bzw. fanden bereits Gespräche zwischen den USA und China statt. Diese könnte eine direkte Implikation auf den Handelsstreit haben und womöglich auch gleich eine Lösung. Hierzu gab es bereits erste Gerüchte am Markt, die für einen zwischenzeitlichen Kursanstieg in der Wochenmitte gut waren. Nur Gerüchte, die dann auch schnell wieder abverkauft wurden, wie hier im Dow Jones Trading noch einmal zu sehen ist:

Immer wieder wurde jedoch im unteren Bereich und an Aufwärtstrends der „Hebel umgelegt“ und die Käufer drangen in den Markt. Basierend auf dem Gerücht sind wir jedoch einen Schritt weiter, oder wenn man Donald Trump zitiert:

 

Wir sind wieder auf dem richtigen Kurs. Wir werden weiter verhandeln.

 

Dies sagte er am Samstag nach einem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels. Für den Dow Jones dürfte es die größere Entspannung sein. Nach der Chart-Konsolidierung in dieser Woche könnte hier ein Ausbruch bevorstehen. Kurse über 26.680 Punkten signalisieren einen Ausbruch aus der Trading-Range der Vorwoche und damit Potenzial bis 26.800 Punkte und ggf. auch zum erneuten Anstieg auf das Allzeithoch:

 

 

Im Falle der weiteren Range ist die Unterkante nun recht massiv ausgeprägt und enthält knapp darunter auch noch eine Unterstützungslinie, die Sie ebenfalls im Chartbild sehen und die bei 26.450 Punkten verankert ist. Ein Wert, der vor allem außerbörsliche Relevanz zeigt und im regulären Handel der Wall Street (zwischen 15.30 Uhr und 22.00 Uhr MEZ) nicht sichtbar war.

Auf den DAX übertragen war es eher ein Test der Konsolidierungszone auf der Unterseite, die hier noch einmal dargestellt ist:

 

 

Mit den politischen Meldungen zum Handelsstreit USA-China im Rücken und dem Schluss auf Wochenhoch dürfte Potenzial auf der Oberseite vorhanden sein und das Jahreshoch am Montag eingestellt werden.

Als Bereiche für die weitere DAX-Entwicklung visiere ich daher erst einmal Ziele auf der Oberseite an. Dazu benötigt es den Blick auf den Tageschart, um einen Ausblick geben zu können. Sichtbar wird dort die Marke von 12.600 Punkten, welche uns im September 2018 und davor im Frühling 2018 mehrfach fesselte:

 

 

Durch die mögliche Entladung und Auslösung von Stopps mit Überschreitung der Jahreshochs ist so ein Impuls von weniger als 2 Prozent durchaus denkbar und würde in das Gesamtbild der positiven Jahresentwicklung passen.

Unterstützt ist der DAX aus Sicht der Charttechnik bei etwa 12.345 Punkten. Dort standen letztlich auch die Käufer am Freitag bereit, als der Ausbruch nach einer langen Seitwärtsphase dann gegen 16 Uhr erfolgte. Dies vermerke ich im Chartbild für die neue Woche:

 

 

Alle Risikofaktoren sind hier erst einmal ausgeblendet. Abseits der Charts sollten wir diese jedoch im Trading nie ausblenden. Vor allem die Wirtschaftsdaten aus den USA lassen Raum für Sorgen. Sei es das Verbrauchervertrauen oder auch das BIP. Hierzu gibt es neue Erkenntnisse in der nun anstehenden Handelswoche, welche ebenso mit Spannung erwartet werden, wie der Start der Berichtssaison auf Unternehmensebene.

 

Auf der Agenda im Wirtschaftskalender stehen nur wenige wichtige Ereignisse in der neuen Woche. Zu nennen ist hierbei am Mittwoch um 16 Uhr der ISM-Index des nicht-verarbeitenden Gewerbes der USA und dann am Freitag der große Arbeitsmarktbericht um 14.30 Uhr aus den USA. Außerhalb derLandwirtschaft werden 158.000 neue Stellen erwartet nach 75.000 im Vormonat. Ein starker Anstieg in den Erwartungen, der erst einmal bestätigt werden muss und durchaus Raum für Enttäuschungen birgt.

Zudem ist der Freitag ein Brückentag in den USA. Der 4. Juli ist traditionell als „Independence Day“ ein Feiertag und somit dürften viele Marktteilnehmer hier ein verlängertes Wochenende nutzen. Weniger Handelsvolumen sind hierbei oft ein Nährboden für starke Bewegungen – seien Sie daher vorsichtig zu diesen Terminen und genießen Sie im Zweifel lieber den Sommer als die Kursbewegungen.

 

Viel Erfolg wünscht Ihnen hierbei

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

 

 

Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

 

 

andreasmuellerAndreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen.

 

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

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