Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

In der vergangenen Handelswoche stand die EZB-Notenbanksitzung im Mittelpunkt der Börsianer. Dabei dominierten erst einmal die Bullen den Deutschen Aktienindex (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) und legten bis Mittwochabend mehr als 300 Punkte auf der Plusseite zu. Dabei wurden entsprechende Marken aus der Vorwochenanalyse getriggert, die zu kurzfristigen Einstiegen und entsprechenden Punkten auf dem Trading-Konto führen. Hierzu nur ein Beispiel aus den Tages-Trading-Chancen:

Je näher wir jedoch zum Termin der Woche, der EZB-Sitzung kamen, desto müder wurden die Bullen. Am Tag der Verkündung fielen die Kurse sogar noch einmal deutlich zurück, um dann binnen wenigen Minuten das gesamte Tages-Spektrum vom Donnerstag „abzuräumen“. In folgendem Chartbild habe ich dies festgehalten:

Mit einem kurzen Peak über der 12.600 näherte er sich bis auf 50 Punkte etwa dem bisherigen Hoch aus dem Jahr 2019 an.

Dabei wurde an den Zinsen selbst nichts geändert. Sie werden bis Mitte des Jahres 2020 auf dem aktuellen Niveau oder „darunter“ notieren, so der Ausblick. Erneut bekräftigte die EZB, alle Instrumente im Falle eines schlechten Inflationsausblicks einzusetzen. Konkret sind damit weitere Anleihekäufe gemeint. Liquidität ist also kein Engpass, doch ob diese Instrumente am Ende der Wirtschaft helfen, darf angezweifelt werden. Genau dies hat der Markt auch getan. Die einzelnen Tage der vergangenen Woche zeigen deutlich, dass nur am EZB-Tag ein Minus die sonst gute Performance bremste:

Das hauchdünne Plus im Kalendermonat Juli gilt es nun zu verteidigen. Immerhin hat der DAX in diesem Jahr bereits einen Kursgewinn von 18,6 Prozent angesammelt. In diesem Tempo wird es meines Erachtens nicht weitergehen, doch schauen wir lieber kurzfristig auf die Ideen für die kommende Handelswoche.

Für die einzelnen Handelstage hatte ich jeweils am Morgen gegen 8.30 Uhr in den Tages-Trading-Chancen auf wallstreet-online einen Ausblick erarbeitet. Aus diesem folgten dann konkrete Trades, wie man beispielsweise hier nachlesen kann:

Dies dient der allgemeinen Diskussion im Forum und natürlich für mich als Handelsvorbereitung für den jeweiligen Trading-Tag. Dies werde ich in den kommenden Tagen beibehalten. Bitte beachten Sie dabei, dass diese Wochenanalyse hier keinen kompletten Plan für die einzelnen Handelstage darstellen kann, jedoch einen Orientierungsrahmen bietet.

Im ersten Schritt widme ich mich hier immer dem großen Bild – dem Tageschart. Dieser hat sich mit der minimalen Wochenänderung kaum merklich verändert, zeigt aber weiterhin die Dynamik auf der Oberseite auf. Die große Tendenz ist weiterhin aufwärts gerichtet:

Dabei sticht immer wieder das ehemalige Jahreshoch aus April um 12.435 ins Auge, an dem wir uns hier auch am Freitag recht nah annähern konnten:

 

An diesem Bereich von 12.435 bis zur 12.471 mache ich fest, ob der Markt noch einmal die Kraft für weitere Höhenflüge hat. Konkret ist damit eine Überschreitung für mich das übergeordnete Long-Signal, welches erneut die 12.600 und darüber liegend das Hoch Juni von 12.656 Punkten aktivieren kann. Im Stundenchart sieht man dies deutlicher:

 

Unterstützt ist der DAX einerseits durch den Aufwärtstrend im Tageschart und dann noch einmal konkreter im Stundenchart an der 12.300 (genauer: 12.190 bis 12.310) und an der 12.200 (ebenfalls mit Toleranz 20 Punkten). Diese Bereiche ergeben sich aus dem Chartbild der vergangenen beiden Handelswochen. Ich habe sie entsprechend grün markiert und werde in der jeweiligen Tagesanalyse bei Bedarf darauf zurückgreifen:

 

Insgesamt muss die EZB-Notenbanksitzung erst einmal verarbeitet werden. Ebenso die Vielzahl an Quartalszahlen, welche nicht nur im DAX, sondern insbesondere auch im Nasdaq und an der Wall Street für Volatilität sorgten. Zumindest sind bei vielen DAX-Werten nun die Jahresziele stark gekürzt und auf einem niedrigen Niveau, welches man dann womöglich im Herbst positiv übertreffen kann. Von dieser Seite aus betrachtet ist der Markt in recht guter Verfassung.

Ob das Event der FED-Sitzung am Mittwochabend ebenso aufgenommen wird, darf gespannt erwartet werden. Immerhin spekulieren viele Anleger auf eine Zinssenkung, welche als Absicherung gegen eine mögliche Abkühlung der US-Konjunktur notwendig scheint. Aus dem Haus der Commerzbank fand man dazu einen interessanten Einwurf:

„Wenn die Fed die Zinsen aus Vorsichtsgründen senken will, würde dies eigentlich einen Schritt um 50 Basispunkte nahelegen. Allerdings könnte dies der Markt auch als Signal auffassen, dass die Fed-Verantwortlichen sich ernsthafte Sorgen machen und womöglich etwas wissen, was der Markt nicht weiß.“

Die Sitzung und ein paar Trades werde ich live kommentieren. Melden Sie sich gerne schon frühzeitig zu diesem Webinar an.

 

An weiteren Wirtschaftsterminen aus dem Kalender findet sich am Dienstag die Notenbanksitzung in Japan und dann gleich Mittwochvormittag das BIP der Eurozone mit den Verbraucherpreisen zusammen um 11 Uhr.

Hauptaugenmerk ist dann 20 Uhr auf die US-Notenbank FED zu legen. Werden die Zinsen gesenkt oder zumindest im Ausblick auf eine Zinssenkung im September hingearbeitet? Ähnlich wie bei der EZB-Sitzung sind vor allem die anschließenden Worte auf der Pressekonferenz der FED nach der Entscheidung noch einmal wichtig für die Märkte.

Donnerstag gibt dann noch die dritte der großen Notenbank ihr Statement ab – die Bank of England um 13 Uhr. Auch hier spricht danach der Notenbankpräsident zur Presse und stellt sich den Fragen.

Der Freitag rundet mit den Arbeitsmarktdaten und Stundenlöhnen aus den USA um 14.30 Uhr die wichtigen Volkswirtschaftsdaten ab.

Behalten Sie Ihr Risikomanagement bei und kommen Sie gut durch die, sicherlich wieder volatile, Woche.

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

 

Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

 

andreasmuellerAndreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen.

 

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

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